Neue Glocken für die Pfarrkirche

 

Vor 55 Jahren wurden in der Langweiler Pfarrkirche 3 neue Glocken installiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Glocken wurden bis zum Kirchenportal gefahren. Auf dem Lastwagen ist das Schild mit der Aufschrift „Standort Allenbach Güternahverkehr“ gut zu erkennen. Links auf dem Lastwagen erkennt man Hermann Alsfasser, rechts Paul Albrecht Hinten rechts, neben dem Lastwagen kann man Pfarrvikar Peter Jaeckel erkennen .

 

Die Anlieferung erfolgte am 14. März 1953

 15.03.1953

Ein denkwürdiger Tag für die kath. Pfarrfamilie von Langweiler ! An ihm wurde das neue Geläute bestehend aus 3 Glocken, in der Pfarrkirche geweiht. Unter der Initiative von Herrn Pastor Jaeckel, dem selbstlosen Einsatz vieler Gläubigen durch Losverkauf, Laienspiel und andere mutige Hilfe, vor allem aber durch einen beispielhaften Opfergeist war es möglich, zum ersten Mal in der Geschichte der Vikarie und Pfarrei Langweiler ein Geläute von 3 Glocken gießen zu lassen.Der Guß wurde von der Fa. Mabilou in Saarburg durchgeführt. Durch eine Fahrt nach Saarburg war es möglich, dass einige Laienspieler, die Herren des Kirchenvorstandes, der Herr Pastor und ich diesem Erlebnis beiwohnen konnten (7.3.)

Diese Zeilen schrieb der damalige Dorfschullehrer von Langweiler Paul Fuhr.

 

 Amt Kempfeld

 Glockenweihe in Langweiler. An Ostern werden sie zum ersten Male geläutet

 L a n g w e i l e r. Langweiler, zur Zivilgemeinde Wirschweiler im Amt Kempfeld gehörend ist eine uralte Siedlung. Im Jahre 1037 wurde in einer Notiz diese Siedlung zum erstenmal unter der Bezeichnung Habschied genannt. Denselben Namen Habschied findet man heute noch als Flurbezeichnung in unmittelbarer Nähe des Dorfes und sehr wahrscheinlich haben an dieser Stelle die ersten Wohnplätze gelegen.

Nach dem bei der Erbauung des Kinderheimes im Jahre 1919 gefundenen Römergräbern zu schließen, muss diese Siedlung viel früher entstanden sein. In den damals ausgegrabenen Steinsärgen fand man Urnen, Asche, Scherben und Münzen, die darauf hindeuten, dass hier schon einige hundert Jahre vorher Menschen lebten.

Alle diese Spuren verlieren sich dann. Vieles deutet auch darauf hin, dass hier in späteren Jahren lange Zeit Köhler am Werk waren und in den weiten Waldungen die Meiler rauchten. Erst die letzten sieben Jahrzehnte brachten eine Entwicklung von der man behaupten kann, dass Wohlstand entstanden ist. Die alten windschiefen Hütten am Waldrand sind verschwunden und an deren Stelle sind schöne schmucke Wohnhäuser getreten. In einer Reihe von Schleifereien wird heute fleißig gearbeitet und es ist ein betriebsames Völkchen, das hier am Rande des Hochwaldes wohnt und dem das Raunen und Rauschen des Waldes vom ersten Lebenstag an vertraut ist. Dass hier aber auch Käuze und schnurrige Leute wohnten erzählt Ernst Falz in seinem Buche „Charivari“ in einer köstlichen Geschichte.

Heute zählt der Ort 272 Einwohner von denen fast alle katholischen Glaubens sind. Die katholische Pfarrkirche wurde 1856/57 erbaut. Bis dahin musste der etwa eineinhalbstündige Weg nach Bischofsdhron, jenseits der Wasserscheide, zurückgelegt werden. 1897 wurde das Pfarrhaus erbaut. Im Jahre 1947 trat eine grundlegende Änderung ein. Langweiler wurde selbständige Kirchengemeinde, nachdem es immer zur Pfarrgemeinde Bischofsdhron zugehörig war. In dem Glockenturm der Kirche riefen zwei Glocken die Gläubigen zum Gebet. 1917 musste eine Glocke abgegeben werden. Einige Jahre nach dem ersten Weltkrieg kam dann wieder eine zweite Glocke dazu. Wieder einige Jahre später musste zum zweitenmal eine Glocke für Kriegszwecke aus luftiger Höhe heruntergeholt werden. Ein rühriger Pfarrer und Kirchenvorstand beschäftigte sich schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken, ein ganz neues Geläute zu beschaffen.

Dass dieser Gedanke , sollte er in die Tat umgesetzt werden, nur unter persönlichen Opfern aller durchführbar war, stand von vornherein fest. Es wurden dann drei Glocken in Auftrag gegeben. In Gegenwart des Pfarrers und Kirchenvorstandes wurden von der Firma Mabilon in Saarburg drei Glocken gegossen. In einer schlichten Feier, die von Liedern des Kirchechores umrahmt war, wurden diese drei Glocken geweiht, und zwar: die erste dem Kirchepatron Nicetius, die zeite, Marienglocke, der „Heiligen Frau“ und die dritte wurde der „Heiligen Familie“ geweiht..

Wenn am ersten Ostertag diese drei Glocken zum erstenmal ihre Stimme erschallen lassen und deren eherner Klang über die Gräber an der Kirche hinweg zum Wald eilt und sich mit dem Rauschen der alten Tannen, Eichen und Buchen vereint, dann sei unser Wunsch dabei, dass nie mehr eine Glocke einem anderen als friedlichen zwecke diene.

Diese Abhandlung ist der Allgemeinen Zeitung entnommen. Der Verfasser mir unbekannt, geht meines Erachtens etwas leichtfertig mit seiner geschichtlichen Betrachtung um. Außer der Schulchronik ist mir in meiner 3 ½ jährigen Tätigkeit bisher noch keine Quelle begegnet, die auf eine Gründung Langweilers, vielmehr ein Bestehen von Habschied, im Jahre 1037 hinweist. Es spricht sogar manches dagegen, doch darüber an anderer Stelle.

 Diese Zeilen schrieb der damalige Dorfschullehrer von Langweiler Paul Fuhr

 

 Quelle: „Langweiler Schulchronik“ Edwin Bock, März 2008