Köhlerdorf

Köhlerdorf Langweiler im Wald-District Habschied

 

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Langweiler, Tranenweier, Hüttgeswasen, Muhl, Neuhütten oder auch Talveldenz waren einst Siedlungen, die von der Köhlerei lebten. Man wird in Familiennachforschungen immer wieder feststellen, dass die Köhler aus diesen Siedlungen untereinander heirateten. Vorrangig habe ich mich bei meinen Nachforschungen um Langweiler Familiennamen gekümmert. Die meisten dieser Namen sind heute nicht mehr bekannt oder unbewusst in Vergessenheit geraten. Die Einwohner von Langweiler oder auch Sylva (Wald) bei Langweiler waren in den meisten Fällen römisch katholisch obwohl alle anderen  Dörfer der hinteren Grafschaft Sponheim oder auch die Dörfer der Rhein- und Wildgrafen dem protestantischen Glauben angehörten. Aus diesem Grund ist es nicht einfach Langweiler Einwohner bis zum Jahr 1803 ausfindig zu machen. Im Jahr 1803 kam Langweiler als Filiale zu Bischofsdhron und wurde am 01.11.1861 als Vikarie eigener Seelsorgbezirk. Es mussten die Familienbücher der katholischen Pfarreien in der näheren Umgebung nach Einträgen von Langweiler Einwohnern durchsucht werden. Das wären die kath. Pfarreien Bischofsdhron, Rhaunen, Morscheid-Walholz od. Morscheid-Riedenburg und auch Birkenfeld. Außerdem habe ich mir die Mühe gemacht, über das Internet die Ortsfamilienbücher von Veldenz / Mosel und des „Südlichen Hochwaldes“ etwas genauer anzuschauen.  In den letzten beiden Monaten besuchte ich mehrmals das Bistumsarchiv in Trier und möchte mich an dieser Stelle ganz besonders bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bistumsarchivs für deren Unterstützung und Professionalität bedanken.

Danken möchte ich allen, die in mühevoller Arbeit die Daten, Zahlen und Fakten zu Papier brachten und mir dadurch meine Nachforschungen erleichtert haben. 


                                                                                                                    Edwin Bock, im März 2006


Langweiler wurde laut Nachforschungen von Ernst Rudy aus Wirschweiler im Jahr 1711 wieder besiedelt. Der älteste Grenzstein aus dem Jahr 1697 befindet sich eingearbeitet mittlerweile neben der Bodenplatte des  „Bildstöckchens“.  

Im Familienbuch der Pfarrei ST. Paulin Bischofsdhron taucht der Name Flor / Flohr / Florum oder Florim auf. Ein gewisser Jodocus Florum, geb. in Bruchweiler heiratete vor 1700 Maria Barbara in Rhaunen (vergl. FB Rhaunen Nr. 799). Aus dieser Ehe geht durch die Taufe belegt Johanna Elisabetha Florum geb. am 23.01.1700 hervor.  Paten bei der Kindstaufe waren Johanna Elisabetha Pfeiffer, Elisabetha Wagner, Angela Haas, Johann Philipp Engel und Johann Groß. Bei der Geburt von Elisabetha wohnt das Ehepaar Florum in Bischofsdhron. Vor 1710 heiratet dieser Jodocus Florum zum zweiten Mal eine gewisse Maria. Der Familienname ist leider nicht bekannt. Aus dieser Ehe geht der Sohn Johann Jakob Florum, geb. am 17.09.1710 hervor. Paten bei der Kindstaufe waren Johann Braun aus Bischofsdhron, und Philipp Heinrich Walter sowie M. Katharina ex Sinsweiler. Außerdem muss dieser Johann Jakob Florum noch mindestens zwei wenn nicht sogar drei Geschwister gehabt haben. Juliana, die bereits vor 1731 Johann Daniel Gerson aus Morscheid ehelichte. Außerdem hat Hubert Nau im Ortsfamilienbuch von Veldenz eine gewisse Maria Elisabeth Floren, geboren um 1722 in Langweiler, ausfindig gemacht. Und zudem hat ein Georg Matthias Flohr, geboren in Langweiler, vor 1736 eine Anna Maria NN in Bischofsdhron geheiratet. Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor. Die Familie Florum / Flor / Flohr / Floren lebte kurze Zeit später im Wald zwischen Bruchweiler und Langweiler, vermutlich am „Kohlenpfad“. Belegt wird die Existenz von Jodocus Florum auch im Genealogischen Netz der Mormonen „The Church of Jesus Christ Of Latter Day Saints“ http://www.familysearch.org ( Batch Nummer : C994871 Nummer 2211).

Bereits die Schwester von Johann Jakob Florum wird im FB Bischofsdhron bei der Heirat ( vor 1731) mit Johann Daniel Gerson ( vgl. FB Morscheid-Riedenburg Nr. 377) als Flor/Flohr Juliana geb. in Langweiler registriert. Also hat sich die Schreibweise des Familiennamens bereits geändert. Wenn Juliana Flohr bei ihrer Heirat 20 Jahre alt  war und bereits in Langweiler geboren wurde, so kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit behaupten, dass die Familie Flohr die ersten neuen Siedler auf Langweiler Gemarkung waren.

Folgende Kinder gingen aus der Ehe von Johann Daniel Gerson und Juliana Flohr hervor :

·        Elisabeth Margarethe       * 25.11.1730 in Wenigerath
         Paten: Bernhard Bohn,  Maria Margarethe Glöckner und Elisabeth Flor ex Sylva

·        Johann Jakob                    * 03.06.1733 bereits in Langweiler
         Paten: Johann Jakob Flor Langweiler und Konrad Debry ex Sylva

·        Anna Maria                          * 12.10.1735 in Langweiler

·        Maria Katharina                 * 25.03.1738 in Langweiler
         Paten: Maria Katharina Flor
         Heiratet am 30.12.1759 Heinrich Fischer aus Veitsrodt                 
·        Matthias                               * 15.04.1742 in Langweiler
         Paten: Matthias Lusch ex Sisweiler u. Elisabeth Katharina

 ·       Anna Katharina                 * 27.11.1744 in Langweiler
         Wurde in Morscheid-Riedenburg getauft.

Anna Katharina Gerson, geboren am 27.11.1744 in Langweiler und gestorben mit 32 Jahren am 20.09.1777 in Langweiler, heiratet den Wolzburger Witwer Johannes Backes (geb. um 1737 in Riedenburg) am 13. Januar 1766 in Bischofsdhron. Aus dieser Ehe gehen folgende Kinder hervor :

            A. Elisabeth             31.08.1767                A.Elisab. Gerson, Bi,; Joh.  Backes, Langweiler

            Johannes                 06.05.1769               Joh. Peter u. Elisabeth.Gerson,La.

            Ioo vor 1794 A. Clara Clasen

            IIoo Juli 1798 Anna Maria Remes

            Joh. Jakob              03.09.1771               Joh.Jakob Gerson, Bi..A.Elisabeth

            oo 01.07.1798 Elisabeth Domberger          Hürtgen, Langweiler

            Anna Maria              08.12.1773               Maria Schiff'mann, Weyerbach, und

            oo 1806 Peter Karkie, Rhaunen                Johannes Bohn, Langweiler
                                                           

            A. Katharina            04.04.1776               A. Katharina Fischer u. Joh. Nikolaus

            oo 15.07.1798 Phil. Nikolaus Flor             Greweling aus Morbach

Die Vorfahren von Johannes Backes stammen aus Riedenburg und Hunolstein und lassen sich bis ins Jahr 1668 zurückverfolgen. Der erstgeborene Sohn Johannes (06. Mai 1769) arbeitet in Hunolstein als Viehhirte als er die aus Langweiler stammende Anna Maria Remes in zweiter Ehe am 1. Juli 1798 in Bischofsdhron heiratet war er, genau wie sein Vater bei seiner 2. Ehe, 29 Jahre alt. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor

            Johannes                   08.06.1800

            M.Katherina             30.08.1802

             A.Elisabeth              06.09.1806

            Anna Maria              15.08.1809

             Katharina                 04.06.1812

             Matthias                   20.08.1818

Am 1. Juli 1798 muss im Hause Backes eine Doppelhochzeit stattgefunden  haben. Der Bruder von Johannes, Johann Jakob Backes heiratet die aus Wildenburg stammende Anna Elisabeth Domberger ebenfalls in Bischofsdhron. Die Familien von Johannes Backes und Johann Jakob Backes haben unzweifelhaft in Langweiler gewohnt. Es fällt auf, dass der damalige Pfarrer von St. Paulin es mit der Dokumentation der Paten nicht allzu genau nahm.  Die Kinder von Johann Jakob Backes und seiner Ehefrau Anna Elisabeth wurden an folgenden Tagen getauft :

            Joh. Friedrich         05.12.1798

            Margaretha              06.10.1801

            Matthias                   26.08.1804

             M. Magdalena         27.03.1807

             Nikolaus                  09..08.1809

            A. Elisabeth              28.08.1814

Anna Elisabeth Backes geb. Domberger verstarb 80 – jährig am 30.12.1850 in Langweiler und war wohl eine der letzten Personen die über den Kirchenpfad, auch Totenpfad genannt, nach Bischofsdhron  gebracht und dort beerdigt wurden. Im Jahr 1852 beschloss der Gemeinderat von Wirschweiler – Langweiler einen Friedhof in Langweiler anzulegen. Die verstorbenen Langweiler Bürgerinnen und Bürger wurden seit dem Jahr 1852 / 1853 in Langweiler beerdigt. Im Jahr 1856 begann man mit dem Bau der Pfarrkirche in Langweiler.